Was sind die Symptome eines Schlaganfalls? (2022)

Autorin: Dr. med. Christina Rückert - aktualisiert am:

Die wichtigsten Symptome des Schlaganfalls (eigene Abbildung)

In diesem Artikel:

  • Schnellüberblick: Die wichtigsten Symptome
  • Wie erkenne ich einen Schlaganfall?
  • Symptome eines Schlaganfalls
  • Wie verhalte ich mich im Notfall richtig?
  • Schlaganfall bei Kindern
  • Schlaganfall bei Frauen
  • Der „stumme“ Schlaganfall
  • Was versteht man unter einem Schlaganfall?

Schlaganfall Symptome

Schlaganfall-Symptome treten plötzlich – aus heiterem Himmel – zu allen Tages- und Nachtzeiten auf. Meist sind sie schmerzlos.

Höchste Alarmzeichen sind immer Bewusstlosigkeit oder plötzliches Zusammenbrechen.

Wichtig: Verschiedene Symptome können gleichzeitig und in unterschiedlichster Kombination auftreten. Zu den fünf häufigsten Symptomen zählen:

Sprachstörungen oder Sprechstörungen

  • Totaler Verlust der Sprache
  • Stockende oder abgehackte Sprache
  • Verdrehen von Worten oder Silben
  • verwaschenes, schwer verständliches oder lallendes Sprechen

Lähmung (Parese) und/oder Gefühlsstörung, meist Taubheit

  • Kraftlosigkeit einer Hand, eines Armes, eines Beines oder einer ganzen Körperseite.
  • Taubheit oder Kribbeln, im Gesicht oder einer anderen Körperregion meist einseitig
  • Auch ein plötzlich nach unten hängender Mundwinkel ist ein sehr wichtiges Anzeichen.

Schwindel und Gangunsicherheit

  • Plötzlich auftretende Gleichgewichtsstörungen, Unsicherheiten im Bewegungsablauf (Koordinationsstörungen)
  • Schwindelgefühle, wie Drehschwindel, Schwankschwindel mit Fallangst

Sehstörungen

  • Plötzliche, vorübergehende Erblindung auf einem Auge, medizinisch “Amaurosis fugax” genannt
  • Doppelbilder, d.h. man sieht zwei Bilder eines einzigen Gegenstandes
  • Verschwommensehen, wenn die räumliche Orientierung gestört ist oder man daneben greift
  • Gesichtsfeld-Einschränkung, wenn man Personen oder Gegenstände auf einer Seite nicht sieht

Kopfschmerzen

Plötzlich auftretende, starke Kopfschmerzen können Symptome einer Hirnblutung oder einer Hirnvenenverstopfung, sog. Sinusthrombose sein.

Stärkste Kopfschmerzen können Anzeichen einer Blutung aus einer Gefäßmissbildung sein, einem sogenannten Aneurysma.

Häufig sind die Kopfschmerzen begleitet von

  • Starker Übelkeit oder Erbrechen
  • Bewusstseinsstörung
  • Verwirrtheit
  • Halbseitenlähmung

Rufen Sie unverzüglich den Notarzt unter der Nummer 112 an, wenn Sie eines dieser Symptome bei sich feststellen.

Was versteht man unter einem Schlaganfall?

Ein Schlaganfall ist eine Durchblutungsstörung des Gehirns. Diese kann entweder durch einen ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt) oder durch einen hämorrhagischen Schlaganfall (Hirnblutung) verursacht sein.

(Video) Schlaganfall: Erste Hilfe & Leben retten bei Hirnschlag! Risikofaktoren, Symptome & Therapie

Bei ca. 80 Prozent aller Schlaganfallpatienten liegt ein Hirninfarkt vor, bei ca. 20 Prozent der Patienten eine Hirnblutung.

Die klinischen Symptome und Beschwerden eines Patienten sind dieselben, unabhängig um welche Art des Schlaganfalls es sich handelt. Allerdings ist die Therapie eine grundsätzlich andere. Daher ist eine genaue und zeitnahe Diagnose von entscheidender Bedeutung für die weitere Behandlung und die Erholungsfähigkeit des Patienten.

Warum ist es so wichtig, die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen?

Zeit ist Hirn”! Mit diesem Schlagwort wird zum Ausdruck gebracht, dass die Akutbehandlung des Schlaganfalls schnellstmöglich erfolgen und immer der Notarzt (112) gerufen werden muss. Es gilt, Hirngewebe vor dem Absterben zu bewahren. Hierfür sind nur wenige Stunden Zeit.

Die wichtigsten Voraussetzungen, diesem Zeitdruck gerecht zu werden, sind:

  1. die Kenntnis der Anzeichen, also der Symptome des Schlaganfalls
  2. die Aufklärung und nachhaltige Information über das Vorgehen bei Auftreten dieser Symptome

Wie erkenne ich einen Schlaganfall?

2:36 - Dieses Video stellt die typischen Symptom-Gruppen eines Schlaganfalls vor und erläutert die einzelnen Anzeichen im Detail. Dieses Wissen kann Leben retten.

Es gibt einen einfachen und für Jeden durchführbaren Test, um Symptome eines Schlaganfalls zu erkennen, den sogenannten “FAST-Test” (siehe Video zu FAST-Test).

Eine Merkhilfe für diesen Test kommt aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum. „Fast“ bedeutet auf Deutsch: schnell. Die Buchstaben werden zusammengesetzt aus:

  • F für face (=Gesicht)
  • A für arm (=Arm)
  • S für speech (=Sprache)
  • T für time (=Zeit)

Im Deutschen kann man sich die Regel auch mit dem Spruch „Gib Gas“ (Gesicht/Arm/Sprache) merken.

Prägen Sie sich diesen Test bitte ein, er kann lebenswichtig sein:

Gesicht: Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. Bei einer Gesichtslähmung, die Symptom eines Schlaganfalles sein kann, zieht sich beim Lächeln nur ein Mundwinkel nach oben, der gelähmte Mundwinkel bewegt sich nicht.

Arm : Bitten Sie den Betroffenen, beide Arme nach vorne auszustrecken mit den Handflächen nach oben, als wenn er ein Tablett trägt. Bei einer Lähmung des Armes können nicht beide Arme gleich hochgehoben werden, es sinkt ein Arm wieder ab oder es dreht sich die Handfläche nach unten.

Sprache : Bitten Sie den Betroffenen, einen einfachen Satz nachzusprechen. Wenn die Sprache undeutlich oder abgehackt ist, der Betroffene gar nicht mehr sprechen kann oder nicht versteht, kann das ein Zeichen für einen Schlaganfall sein.

Wenn der Betroffene eine der drei Aufgaben nicht umsetzen kann, so ist zu befürchten, dass ein Schlaganfall vorliegt. Wählen Sie dann den Notruf unter der 112 und sagen Sie, dass es sich um einen Schlaganfall handeln könnte.

Wie verhalte ich mich im Notfall richtig?

Wenn Sie einen Schlaganfall bei einem Mitmenschen vermuten – so gehen Sie vor:

  • Bitte fahren Sie den Betroffenen nicht selbst zum Arzt oder in ein Krankenhaus. Rufen Sie stattdessen unverzüglich den Notruf unter der Nummer 112.
  • Schildern Sie möglichst präzise den Notfall. Hat die Person Sprach- oder Sprechstörungen? Ist ein Arm gelähmt? Was genau fällt Ihnen auf? Je genauer die Angaben sind, desto besser ist der Rettungsarzt vor Ort vorbereitet. Jede Minute zählt.
  • Bleiben Sie bei der betroffenen Person, bis Hilfe eintrifft. Versuchen Sie, der Person mit einer möglichst ruhigen Stimme Mut zu machen, z.B. “Der Rettungsarzt kommt in ein paar Minuten, mach Dir keine Sorgen, er wird Dir helfen”.
  • Lockern Sie enge Kleidung.
  • Achten Sie darauf, dass die Atemwege frei sind, indem Sie beispielsweise einen Schal entfernen oder den obersten Knopf lösen.
  • Geben Sie der Person bitte nichts zum Essen oder Trinken. Sie könnte sich verschlucken oder gar ersticken.
  • Falls die Person bewusstlos wird oder ist, bringen Sie sie in eine stabile Seitenlage.
  • Kontrollieren Sie bitte die Atmung bei einer bewusstlosen Person. Wenn die Atmung aussetzt, muss mit einer Herz-Druck-Massage begonnen werden.

Wer kann die Symptome eines Schlaganfalls erkennen?

  • Ein kompetenter Arzt (Notarzt, Krankenhausarzt, Facharzt, Hausarzt)
  • Ein gebildeter, aufgeklärter Betroffener, der Patient
  • Ein aufgeklärter Angehöriger oder Mensch aus dem sozialen Umfeld des Betroffenen

Im Folgenden soll darüber informiert werden, welche Anzeichen des Schlaganfalls von den drei beteiligten Gruppen ohne apparative Untersuchungen wahrgenommen werden können. Es geht also darum, das Bewusstsein bzw. das Wissen und das Verhalten der Gesunden und Betroffenen so nachhaltig zu steigern, damit die Chancen zur Verhinderung und ständig verbesserten Behandlung des Schlaganfalls genutzt werden.

Symptome eines Schlaganfalls

Grundsätzlich treten die Symptome sehr plötzlich („schlagartig“) auf. Sie können direkt nach ihrem Beginn am schwersten sein und sich innerhalb von Minuten, Stunden oder Tagen wieder verbessern. In 10 bis 15 Prozent kommt es jedoch auch zu einer schrittweisen Verschlechterung der anfänglich nicht so schwer ausgebildeten Symptome.

Es können viele verschiedene Symptome unterschiedlicher Schwere auftreten. Das ist abhängig davon, welches Gebiet im Gehirn von der Durchblutungsstörung betroffen ist und wie ausgedehnt das Gebiet ist, welches nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Im Einzelnen können folgende Symptome vorliegen:

(Video) Ist es ein Schlaganfall? Anzeichen erkennen und richtig handeln

Lähmungen (Paresen): Unfähigkeit, einen Arm oder ein Bein bzw. Arm und Bein einer Körperhälfte zu bewegen oder die Bewegung ist nur mit verminderter Kraft und mit großer Anstrengung möglich. Dabei kann es dem Patienten unmöglich werden, zu stehen oder zu gehen. Daher kann es im Rahmen eines Schlaganfalls auch zu einem Sturz kommen mit der Unfähigkeit, ohne Hilfe wieder aufzustehen.

Gesichtslähmung (Fazialisparese): Lähmung der Gesichtsmuskulatur auf einer Seite, das Gesicht „hängt herunter“ oder „der Mundwinkel hängt“. Betroffene bemerken dabei oftmals eine Gefühlsstörung („wie beim Zahnarzt“) und es läuft Flüssigkeit (Speichel, Getränk) aus dem Mundwinkel. Das Augenlid der betreffenden Seite sieht „hängend“ aus.
Manche Patienten berichten in diesem Zusammenhang auch von einer „tauben“ oder „lahmen“ Zunge, da durch die Beeinträchtigung der Muskulatur keine deutliche Aussprache mehr möglich ist.

Diese Lähmung kann isoliert auftreten oder im Zusammenhang mit einer gleichseitigen Lähmung von Arm und/oder Bein.

Achtung: Eine seltenere Form einer Gesichtslähmung kann durch eine Entzündung des Gesichtsnerven verursacht werden und hat mit einem Schlaganfall nichts zu tun. Diese kann aussehen, als habe der Betroffene einen Schlaganfall, dabei fehlen aber anderweitige neurologische Ausfallserscheinungen am Körper. Eine Unterscheidung ist nur durch einen erfahrenen Arzt möglich.

Gefühlsstörungen: Hierbei kommt es zu einer verminderten oder veränderten Gefühlswahrnehmung im Gesicht oder an den Extremitäten. Die betroffene Körperregion kann sich taub, komplett gefühllos, überempfindlich auf Berührung, schmerzend oder elektrisierend / kribbelnd anfühlen. Eine Gefühlsstörung kann in Kombination mit einer Lähmung auftreten. Für den Patienten ist es oftmals sehr schwierig, zwischen einer reinen Gefühlsstörung und einer Lähmung zu unterscheiden, da einfach eine fehlende Funktionsfähigkeit wahrgenommen wird.

Sprachstörungen (Aphasie): Es sind zumeist alle sprachlichen Leistungen in unterschiedlich starkem Ausmaß betroffen, also das Sprechen, das Verstehen von Sprache und Gesprochenem, das Lesen und das Schreiben. Häufig treten Aphasien zusammen mit weiteren Kommunikationsstörungen auf.

Unterschieden werden:

Globale Aphasie: Das ist die schwerste Form der Aphasie. Betroffenen fällt es schwer, Inhalte von Gesprochenem zu verstehen oder selbst in ganzen Sätzen zu sprechen. Häufig können sie nur einzelne Wörter sprechen oder benutzen immer wiederkehrende Redefloskeln. Das Sprachverständnis ist stark eingeschränkt. Die Erkrankten können meist nur die Bedeutung einzelner Worte verstehen oder aus einer Situation heraus mit Gesten und Mimik, nicht aber einen komplexeren Zusammenhang.

Expressive Aphasie (auch: Broca-Aphasie): Betroffene sprechen häufig in kurzen, einfachen Sätzen oder reihen einzelne Wörter aneinander. Das wird auch als „Telegrammstil” bezeichnet. Der Sprachfluss ist häufig stark verlangsamt und wirkt sehr angestrengt, die Betroffenen „suchen nach Wörtern“. Das allgemeine Verstehen von Sprache ist vergleichsweise gut erhalten.

Sensorische Aphasie (auch: Wernicke-Aphasie): Betroffene reden häufig in langen, umständlichen Sätzen, in denen sich Wörter, Satzteile oder ganze Sätze im Gespräch wiederholen. Sie können scheinbar flüssig sprechen, der Inhalt ergibt jedoch wenig oder keinen Sinn. Oftmals ist der Sprachfluss schwer zu bremsen. Die Wahl von passenden Wörtern fällt häufig schwer. Das Sprachverständnis ist meist stark beeinträchtigt.

Amnestische Aphasie: Das ist die leichteste Form der Aphasie. Auffällig sind Wortfindungsstörungen in der Spontansprache oder beim direkten Benennen von Gegenständen. Betroffene verwenden oftmals Redefloskeln oder umschreiben die fehlenden Wörter. Manchmal wird das gesuchte Wort durch ein inhaltlich ähnliches Wort ersetzt (z.B. Tisch statt Stuhl).
Sprechstörungen: Hierbei liegen Störungen von Artikulation, Lautbildung, Tonlage, Sprechrhythmus, Sprechlautstärke und Sprechatmung vor. Die sprachlichen Leistungen (Verstehen, Wortfindung, Satzbildung, Schreiben, Lesen) sind vollständig unbeeinträchtigt. Wenn es Betroffenen dabei schwerfällt, flüssig zu sprechen, dann liegt dies an einer Störung des „Sprechwerkzeugs“ (Lähmungen oder Koordinationsstörungen von Zungen-, Rachen-, Schlund- oder Gesichtsmuskulatur) und nicht an Störungen des Sprachzentrums.

Sehstörungen: Es kann zu einer Erblindung eines Auges oder zu sogenannten Gesichtsfelddefekten kommen. Dabei kann der Patient Teile seines Gesichtsfeldes, z.B. die rechte oder linke Hälfte seiner Umgebung, nicht mehr wahrnehmen. Es kann aber auch zu Doppeltsehen kommen, wobei die gesehenen Bilder plötzlich nebeneinander, übereinander oder schräg versetzt wahrgenommen werden. In dem Moment, in dem der Patient sich ein Auge zuhält oder ein Auge zukneift, kann er wieder einfach sehen.

Koordinationsstörungen: Ungeschicklichkeit oder Überbewegungen beim Greifen, Stehen oder Gehen, fehlende Kontrolle über Stabilität oder geordnete Bewegungsabläufe, der Patient „läuft wie betrunken“ oder „wie ein Seemann“.

Schwindel, Übelkeit, Erbrechen

All diese Symptome können einzeln, aber auch in Kombination auftreten.

Schlaganfall-Symptome bei Kindern

Auch Kinder und Jugendliche können einen Schlaganfall bekommen. Etwa 300 bis 500 Kinder erleiden pro Jahr in Deutschland einen Schlaganfall. Die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher, denn ein Schlaganfall wird bei Kindern häufig nicht erkannt. Es fehlt das Bewusstsein, dass auch Kinder einen Schlaganfall erleiden können.

Neurologische Ausfallserscheinungen wie Halbseitenlähmungen, Gesichtslähmungen oder plötzliche Sprachstörungen sind auch bei Kindern Zeichen für einen Schlaganfall. Ein Drittel der kindlichen Schlaganfälle tritt jedoch vor oder während der Geburt auf.

(Video) Was sind die Anzeichen (Symptome) eines Schlaganfalls?

Problematisch ist, dass diese oft erst Monate später erkannt werden, wenn sich das Baby beispielsweise in seiner Entwicklung verzögert zeigt oder den Eltern auffällt, dass sich das Kind nicht drehen kann, beim Krabbeln eine Körperseite weniger benutzt als die andere oder nur eine Hand zum Greifen eingesetzt wird.

Ursachen und Risikofaktoren bei Kindern

Während bei Erwachsenen die klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Übergewicht, Rauchen, erhöhte Blutfettwerte oder übermäßiger Alkoholkonsum zu einem Schlaganfall führen können, spielen bei Kindern ganz andere Faktoren für die Entstehung eines Schlaganfalls eine Rolle.

Hier sind es oftmals angeborene (=genetische) Störungen der Blutgerinnung, angeborene Herzerkrankungen oder Herzklappenfehler, entzündliche Veränderungen der Hirngefäße, schwere Infektionskrankheiten (z.B. Windpocken, Masern), Stoffwechselstörungen oder angeborene Bindegewebserkrankungen.

Auch der Beginn der Pubertät kann bei entsprechender Veranlagung zu Schlaganfällen führen. Das wird erklärt durch körpereigene Hormonumstellungen, den Beginn des Rauchens oder der Einnahme der „Anti-Baby-Pille“.

Studien belegen, dass ein Schlaganfall bei Kindern weniger häufig lebensbedrohlich ist als bei Erwachsenen. Kinder können nach einem Schlaganfall schneller wieder gesund werden, da das kindliche Gehirn insbesondere vor dem 14. Lebensjahr durch rascheres Lernen neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Sprachstörungen schneller ausgleichen kann.

Allerdings werden oftmals in der Folge Störungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit oder des Lernens in der Schule beobachtet, was bei den betroffenen Kindern zu Verhaltensstörungen wie Aggression, Angst oder Depression führen kann.

Schlaganfall-Symptome bei Frauen

Frauen erleiden in Deutschland statistisch gesehen häufiger einen Schlaganfall als Männer. Das liegt daran, dass Frauen deutlich länger leben als Männer, Frauen haben damit vergleichsweise mehr Lebensjahre als Männer, in denen sie das Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden.

“Frauenspezifische Risikofaktoren”

Es gibt sogenannte „frauenspezifische“ Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Abgesehen vom Alter leiden Frauen häufiger als Männer bereits vor einem Schlaganfall an Vorhofflimmern oder einer Pumpschwäche des Herzens (Herzinsuffizienz) ohne es zu wissen. Bei der Einnahme von weiblichen Hormonen kann die Wahrscheinlichkeit für einen Schlaganfall ansteigen, insbesondere dann, wenn die Patientin zusätzlich raucht. Auch in der Schwangerschaft und im Wochenbett besteht durch die hormonellen Umstellungen des Körpers ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Die Schlaganfall-Symptome sind bei Frauen und Männern dieselben. Oftmals werden Symptome genannt, die insbesondere bei Frauen im Rahmen eines Schlaganfalls auftreten sollen, wie stärkste Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen oder Magen-Darm-Beschwerden. Es gibt jedoch keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass diese Symptome geschlechtsspezifisch unterschiedlich auftreten. Atemnot, Brustschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen oder Schluckauf – Symptome, die ebenfalls oft genannt werden – sind kein typisches Erscheinungsbild eines Schlaganfalles, hier sollte man zunächst an andere Ursachen denken.

Frauen können sich nach einem Schlaganfall unter Umständen schlechter erholen als Männer. Nur jede zweite Schlaganfallpatientin kann innerhalb von drei Monaten nach Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Alltagsaktivitäten wieder vollständig aufnehmen, bei Männern sind dies rund 70 Prozent.

Die schlechtere Erholungsfähigkeit ist jedoch nicht durch das Geschlecht allein bedingt, sondern vor allem dadurch, dass Frauen oftmals älter sind, wenn sie ihren Schlaganfall erleiden, weniger soziale Unterstützung haben (sie leben oftmals ohne einen Lebenspartner, weil dieser bereits verstorben ist) oder altersbedingt bereits vor dem Schlaganfall gesundheitlich deutlich eingeschränkt waren. Bei Frauen wird nach einem Schlaganfall häufiger eine Depression diagnostiziert als bei Männern.

Schlaganfall ohne Symptome – Der „stumme“ Schlaganfall

Wenn ein Patient einen Schlaganfall erleidet, ohne etwas davon zu bemerken, nennt man das auch einen „stummen“ Schlaganfall.

Die Ursachen hierfür können sein: Der Schlaganfall geschieht in einer Hirnregion, die Aufgaben erfüllt, die nicht ständig benötigt werden oder die „im Hintergrund“ ablaufen. Funktionsstörungen in solchen Gehirngebieten fallen damit im Alltag nicht oder kaum auf.

Auch wenn ein Schlaganfall im Schlaf auftritt, kann ein möglicher Ausfall unbemerkt bleiben und im besten Fall beim Aufwachen bereits wieder kompensiert sein oder nur vorübergehender Natur gewesen sein.

Betroffene können aber Symptome eines Schlaganfalles auch einfach nicht wahrhaben wollen und sehen die spontane Besserung von Beschwerden als Beweis dafür an, dass es „nicht so schlimm“ gewesen sein kann. Das Nicht-Erkennen von Symptomen kann mit fehlendem Wissen bezüglich der Schlaganfallsymptome zusammenhängen oder mit dem Charakter des Patienten, der die Wahrheit nicht erkennen kann oder erkennen will.

(Video) Wie erkenne ich einen Schlaganfall? | Dr. Johannes Wimmer

„Stumme“ Schlaganfälle werden zumeist erkannt, wenn aus anderen Gründen, z.B. bei Kopfschmerzen oder Schwindel oder nach einer Kopfverletzung, eine Schnittbildgebung des Gehirns (Computertomografie, Kernspintomografie) durchgeführt wird.

Häufigkeit versteckter Schlaganfälle

Je nach Studienlage konnten bei 10 bis 20 Prozent der eigentlich gesunden Menschen versteckte Schlaganfälle gefunden werden. Scheinbar gesunde Menschen, bei denen „stumme“ Schlaganfälle gefunden werden konnten, haben ein 1,5fach bis 2,5fach erhöhtes Risiko für einen erneuten Schlaganfall mit spürbaren Ausfällen und ein bis zu 4fach erhöhtes Risiko, in späteren Jahren eine Demenz zu entwickeln.2

Daher sind auch bei der zufälligen Entdeckung eines abgelaufenen Schlaganfalles eine Ursachenabklärung sowie eine vorbeugende Behandlung dringend nötig.

Sie haben eine Frage zu den Symptomen des Schlaganfalls? Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen und Angehörigen in unserem Forum aus.

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  • Wie verhalte ich mich bei Verdacht auf einen Schlaganfall?
  • Nicht jeder Schlaganfall löst Kopfschmerzen aus

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Was sind die Symptome eines Schlaganfalls? (2)

Autorin

Dr. med. Christina Rückert ist Fachärztin für Neurologie und Geriatrie und arbeitete mehr als 10 Jahre als Oberärztin an der Oberschwabenklinik in Ravensburg. Ihre berufliche Tätigkeit beinhaltete auch die stellvertretende ärztliche Leitung der Zentralen Notaufnahme. Seit Juli 2021 ist sie gemeinsam mit ihrem Mann – ebenfalls Facharzt für Neurologie – in eigener Praxis in Rothenburg ob der Tauber niedergelassen. Ein Schwerpunkt ihrer ambulanten Tätigkeit ist die Nachsorge von Patienten nach Schlaganfall. [mehr]

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(Video) Schlaganfall und die ersten Symptome

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 116, Heft 42, 10/2019
  2. Stumme Schlaganfälle – Interview mit Prof. Dr. med. Christian Nolte, einem Leiter der Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) der Klinik für Neurologie am Charité Campus Benjamin Franklin und Forscher im CSB – Centrum für Schlaganfallforschung Berlin (CSB) – URL: https://www.schlaganfallcentrum.de/patienteninformationen/einblicke-interviews/stummer-schlaganfall/
  3. Neurologische NotfälleAutoren: Helge Roland Topka, Olaf Eberhardt – ISBN: 9783132401396
  4. Schlaganfall: geschlechtsspezifische Risikofaktoren – Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie, 2017-06, Vol.85 (6), p.310-310 – DOI: 10.1055/s-0043-103726
  5. Juveniler Schlaganfall – was gibt es zu beachten? – Autoren: Fischer, M ; Eckert, B ; Röther, J – Publikation: Der Nervenarzt, 2018-02, Vol.89 (2), p.124-135 – DOI: 10.1007/s00115-016-0276-9
  6. Erste Hilfe bei SchlaganfallAutor: Wallesch, C. W – Publikation: Fortschritte der Neurologie · Psychiatrie, 2016-01, Vol.84 (1), p.13-13 – DOI: 10.1055/s-0042-101176
  7. Stroke‐related epilepsyAutoren: A. M. Feyissa T. F. Hasan J. F. Meschia – Publikation: Eur J Neurol, 26: 18-e3. DOI: 10.1111/ene.13813

FAQs

Was sind die Symptome eines Schlaganfalls? ›

Die häufigsten Symptome eines Schlaganfalls sind Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, Schwindel mit Gangunsicherheit sowie sehr starke Kopfschmerzen. Mit dem FAST-Test lässt sich innerhalb kürzester Zeit der Verdacht auf einen Schlaganfall überprüfen.

Wie lange vorher kündigt sich ein Schlaganfall an? ›

Während die Beschwerden bei einem richtigen Schlaganfall länger als 24 Stunden anhalten, dauern die Symptome bei einer TIA meist nur wenige Minuten an.

Wie stelle ich fest ob ich einen Schlaganfall hatte? ›

Bei einem eindeutigen Schlaganfall ist die Computertomografie (CT) das wichtigste bildgebende Verfahren. Es liefert eine sichere Aussage, ob und welcher Schlaganfall vorliegt. Zur weiteren Schlaganfall-Diagnose können zusätzliche Verfahren eingesetzt werden.

Kann man einen Schlaganfall haben ohne es zu merken? ›

Nicht bei jedem Schlaganfall treten offensichtliche Symptome auf. Es handelt sich dann um einen stillen beziehungsweise stummen Schlaganfall. Beispielsweise kann es sein, dass sich der Hirnschlag im Schlaf ereignet und die Symptome beim Aufwachen abgeklungen sind.

Wie hoch ist der Blutdruck bei einem Schlaganfall? ›

In der Studie wurde der Blutdruck von über 2.300 Patienten nach Schlaganfall oder TIA gemessen. Knapp 340 Patienten erzielten diastolische Werte <70 mmHg, etwa 120 sogar <60 mmHg. Das waren vor allem diejenigen mit den niedrigsten systolischen Werten.

Kann sich ein Schlaganfall ankündigen? ›

In vielen Fällen kommt ein Schlaganfall nicht aus heiterem Himmel, sondern kündigt sich durch Warnzeichen an. Dazu gehören: Kurz andauernde Lähmung, Schwäche oder Taubheit einer Körperhälfte. kurzes Erblinden auf einem Auge (Amaurosis fugax) oder Sehstörungen (Doppelbilder sehen, Einschränkung des Gesichtsfeldes)

Kann ein Schlaganfall schleichend kommen? ›

Mancher Schlaganfall (Apoplex) kündigt sich langsam an, die meisten Schlaganfälle treten jedoch plötzlich auf. Bei einem Apoplex werden Hirnregionen aufgrund einer Mangeldurchblutung nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. In der Folge sterben Hirnzellen ab. Nach einem Apoplex zählt daher jede Minute.

Wie äußert sich ein Schlaganfall bei Frauen? ›

Typisch sind akute Sprach- und Sehstörungen, Lähmungserscheinungen und Schwindel. Doch Frauen beschreiben weitere Anzeichen, die im ersten Moment nicht mit einem Schlaganfall assoziiert werden, wie beispielsweise Übelkeit, Kurzatmigkeit, Brust- und Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schluckbeschwerden und Schluckauf.

Wie erkenne ich einen kleinen Schlaganfall? ›

Wie erkennt man einen leichten Schlaganfall?
  • Sehstörungen/Doppelbilder.
  • Hörstörungen.
  • Sprachstörungen.
  • Gleichgewichtsstörungen/Schwindel.
  • Lähmungen (einseitige) im Gesicht und Arm oder Bein.

Welche Medikamente können einen Schlaganfall auslösen? ›

Bei den Medikamenten spielen Antipsychotika und Checkpoint-Inhibitoren als Trigger eine Rolle, bei den Drogen sind es Amphetamin, Kokain, Cannabis und Opiate. „Noch wichtiger ist das Absetzen von Antithrombotika“, so Grau. Auch gibt es Hinweise, dass Migräneattacken Schlaganfälle induzieren können.

Was ist die Ursache für Schlaganfall? ›

Ursachen von Schlaganfällen

Ein Schlaganfall wird in mehr als 80% der Fälle durch einen Verschluss einer Arterie im Gehirn ausgelöst. Hierdurch erhalten die Nervenzellen des Gehirns zu wenig Blut und Sauerstoff. Seltener liegt dem Schlaganfall eine Hirnblutung durch Einriss eines Gefäßes im Gehirn zugrunde.

Was tun bei Schlaganfall wenn man alleine ist? ›

Notruf 112 tätigen. Betroffenen ansprechen und anfassen (Kontrolle des Bewusstseins durch deutliche Ansprache und vorsichtiges Rütteln an den Schultern). Bei vorhandenem Bewusstsein bequem und mit erhöhtem Oberkörper lagern. Die gelähmten Körperteile umpolstern.

Wann treten Schlaganfall Symptome auf? ›

Schlaganfall-Symptome treten plötzlich – aus heiterem Himmel – zu allen Tages- und Nachtzeiten auf. Meist sind sie schmerzlos. Höchste Alarmzeichen sind immer Bewusstlosigkeit oder plötzliches Zusammenbrechen.

Kann man einen Schlaganfall auch im Schlaf bekommen? ›

Etwa ein Viertel der Schlaganfall-Patienten trifft der Schlag im Schlaf. Da der genaue Zeitpunkt unbekannt ist, dürfen diese Patienten bislang keine intravenöse Thrombolyse erhalten.

Wie fühlt man sich nach einem leichten Schlaganfall? ›

So ruft ein leichter Schlaganfall Symptome wie eine stockende, abgehackte Sprache hervor. Manche Betroffenen verdrehen plötzlich Silben, verwenden falsche Buchstaben oder sprechen verwaschen oder lallend. In schweren Fällen sind manche Schlaganfall-Patienten gar nicht mehr in der Lage zu sprechen.

Wie hoch ist der Puls bei einem Schlaganfall? ›

Es schlägt unregelmäßig und rast mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute, selten sogar schneller. Innere Unruhe, Angstgefühle, Abgeschlagenheit, Atemnot oder Leistungseinschränkungen können das Herzstolpern und Herzrasen begleiten.

Hat man vor einem Schlaganfall hohen Blutdruck? ›

Bluthochdruck - Eine lautlose Gefahr. In Deutschland leben nach Schätzungen 20 bis 30 Millionen Menschen mit Bluthochdruck, aber nur jeder zweite weiß von seiner Krankheit. Dabei zählt ein zu hoher Blutdruck zu den Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall.

Wie kündigt sich ein Schlaganfall oder Herzinfarkt an? ›

Typische Symptome eines Schlaganfalls sind Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle und Kreislaufprobleme. Heftige Schmerzen in der Brust, Übelkeit, Schwächegefühl und Angstzustände weisen auf einen Herzinfarkt hin. Für einen Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt kann eine schnelle Therapie lebensrettend sein.

Was darf man nach einem Schlaganfall nicht mehr essen? ›

Gesättigte Fette, die häufig in frittierten Lebensmitteln und rotem Fleisch vorkommen, können zudem zu einem hohen Cholesterinspiegel beitragen, der ein Schlaganfallrisiko darstellt. Daher ist es wichtig, gesättigte Fette zu vermeiden und gesündere Alternativen wie Fisch, Nüsse und Avocados zu wählen.

Wie merkt man eine Durchblutungsstörung im Kopf? ›

2. Woran merkt man, dass die Durchblutung des Gehirns nicht einwandfrei funktioniert? Hier sollte sofort reagiert werden, wenn Abweichungen festgestellt werden. Wer starke Kopfschmerzen hat, einen dauerhaften Druck im Kopf oder unter auftretenden Sehstörungen leidet, sollte dringend zum Arzt gehen.

Hat man bei einem Schlaganfall Schmerzen? ›

Auch wenn ein Schlaganfall oft schmerzlos ist, so können plötzlich auftretende, äußerst heftige Kopfschmerzen ein Symptom für einen Schlaganfall sein. Vor allem, wenn der Betroffene solch starke Schmerzen bisher nicht kannte.

Kann man einen Schlaganfall am EKG erkennen? ›

Ein Langzeit-EKG zeigt, ob eventuell anfallsartige Herzrhythmusstörungen vorliegen. Eine Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße oder manchmal auch eine Röntgendarstellung der hirnversorgenden Gefäße kann nachweisen, ob Verengungen oder Verkalkungen vorliegen.

Hatte ich einen Mini Schlaganfall? ›

Eine Lähmung in der Hand, ein Taubheitsgefühl im Bein, Probleme beim Sprechen: Auch wenn die Symptome nach wenigen Augenblicken wieder verschwinden, können sie Vorboten eines größeren Schlaganfalls sein.

Was passiert wenn man einen Schlaganfall nicht behandelt wird? ›

Kann der Schlaganfall nicht rechtzeitig und erfolgreich behandelt werden, drohen meist schwere langfristige neurologische Ausfallerscheinungen, wie Sprach- und Verständnisstörungen, Lähmungen oder psychische Verwirrtheit - je nachdem, welches Gehirnareal betroffen ist.

Können Symptome von Schlaganfall verschwinden? ›

Was sind typische Symptome für einen Schlaganfall? Führer: Häufig beginnt es mit vorübergehenden Ausfallerscheinungen in Form kleinerer Lähmungen an Armen oder Beinen. In vielen Fällen sind diese rückläufig, können also wieder verschwinden. Auch können Sehstörungen oder ein Schwindelgefühl auftreten.

Was riecht man bei einem Schlaganfall? ›

Vor einem Schlaganfall (Insult) kann es durch eine Fehlleitung im Gehirn zu nicht-realen Geruchswahrnehmungen kommen. Betroffene riechen plötzlich Dinge, die sonst niemand bemerkt. Meist sind diese Gerüche unangenehm.

Kann ein Schlaganfall schleichend kommen? ›

Mancher Schlaganfall (Apoplex) kündigt sich langsam an, die meisten Schlaganfälle treten jedoch plötzlich auf. Bei einem Apoplex werden Hirnregionen aufgrund einer Mangeldurchblutung nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. In der Folge sterben Hirnzellen ab. Nach einem Apoplex zählt daher jede Minute.

Wie fühlt sich ein kleiner Schlaganfall an? ›

So ruft ein leichter Schlaganfall Symptome wie eine stockende, abgehackte Sprache hervor. Manche Betroffenen verdrehen plötzlich Silben, verwenden falsche Buchstaben oder sprechen verwaschen oder lallend. In schweren Fällen sind manche Schlaganfall-Patienten gar nicht mehr in der Lage zu sprechen.

Was kann man tun um einen Schlaganfall vorbeugen? ›

10 Tipps Schlaganfall effektiv vorbeugen
  1. Bluthochdruck vermeiden. Regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks sind sinnvoll | Foto: Canva. ...
  2. Mit dem Rauchen aufhören. ...
  3. Abnehmen bei Übergewicht. ...
  4. Den Cholesterinspiegel im Blick haben. ...
  5. Gesunde Ernährung. ...
  6. Alkohol nur in Maßen. ...
  7. Ausreichende Bewegung. ...
  8. Herzrhythmusstörungen: Auf das Herz hören.
Aug 13, 2019

Wie äußert sich ein Schlaganfall bei Frauen? ›

Typisch sind akute Sprach- und Sehstörungen, Lähmungserscheinungen und Schwindel. Doch Frauen beschreiben weitere Anzeichen, die im ersten Moment nicht mit einem Schlaganfall assoziiert werden, wie beispielsweise Übelkeit, Kurzatmigkeit, Brust- und Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Schluckbeschwerden und Schluckauf.

Welche Medikamente können einen Schlaganfall auslösen? ›

Bei den Medikamenten spielen Antipsychotika und Checkpoint-Inhibitoren als Trigger eine Rolle, bei den Drogen sind es Amphetamin, Kokain, Cannabis und Opiate. „Noch wichtiger ist das Absetzen von Antithrombotika“, so Grau. Auch gibt es Hinweise, dass Migräneattacken Schlaganfälle induzieren können.

Was tun bei Schlaganfall wenn man alleine ist? ›

Notruf 112 tätigen. Betroffenen ansprechen und anfassen (Kontrolle des Bewusstseins durch deutliche Ansprache und vorsichtiges Rütteln an den Schultern). Bei vorhandenem Bewusstsein bequem und mit erhöhtem Oberkörper lagern. Die gelähmten Körperteile umpolstern.

Kann man einen Schlaganfall auch im Schlaf bekommen? ›

Etwa ein Viertel der Schlaganfall-Patienten trifft der Schlag im Schlaf. Da der genaue Zeitpunkt unbekannt ist, dürfen diese Patienten bislang keine intravenöse Thrombolyse erhalten.

Was ist die Ursache für Schlaganfall? ›

Ursachen von Schlaganfällen

Ein Schlaganfall wird in mehr als 80% der Fälle durch einen Verschluss einer Arterie im Gehirn ausgelöst. Hierdurch erhalten die Nervenzellen des Gehirns zu wenig Blut und Sauerstoff. Seltener liegt dem Schlaganfall eine Hirnblutung durch Einriss eines Gefäßes im Gehirn zugrunde.

Was passiert bei einem kleinen Schlaganfall? ›

Ein leichter Schlaganfall, auch als vorübergehende Durchblutungsstörung bezeichnet, tritt auf, wenn sich in einer der Arterien des Gehirns ein vorübergehendes Blutgerinnsel bildet. Dies führt zu Schlaganfallsymptomen, die in der Regel innerhalb von 24 Stunden abklingen und keine dauerhaften Nebenwirkungen verursachen.

Was darf man nach einem Schlaganfall nicht mehr machen? ›

So dürfen manche Personen nach einem Schlaganfall beispielsweise nur noch ein Auto mit speziell angepasster Lenkung fahren. Andere dürfen nicht mehr nachts oder auf Autobahnen unterwegs sein.

Wer ist anfällig für Schlaganfall? ›

Einige Risikofaktoren für einen Schlaganfall:

Alter: Mehr als 80 Prozent der Schlaganfallopfer sind älter als 60 Jahre. Genetische Veranlagung. Diabetes mellitus, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte und Rauchen begünstigen eine Arteriosklerose.

Kann Aspirin Schlaganfall verhindern? ›

Allerdings erlitten in der ASS-Gruppe deutlich mehr Personen schwerwiegende Blutungen im Magen-Darm-Bereich und im Gehirn. Dieses Ergebnis zeigt, dass die tägliche Einnahme von Aspirin gesunde Menschen kaum vor Herzinfarkt oder Schlaganfall schützt, dafür aber einem unnötigen Blutungsrisiko aussetzt.

Wie kündigt sich ein Schlaganfall oder Herzinfarkt an? ›

Typische Symptome eines Schlaganfalls sind Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle und Kreislaufprobleme. Heftige Schmerzen in der Brust, Übelkeit, Schwächegefühl und Angstzustände weisen auf einen Herzinfarkt hin. Für einen Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt kann eine schnelle Therapie lebensrettend sein.

Videos

1. Was ist ein Schlaganfall?! Symptome, Ursachen und Behandlung?
(DeineDiagnose.de)
2. Anzeichen für einen Schlaganfall
(AsFam Schulung & Bildung )
3. TIA - der gefährliche Vorbote des Schlaganfalls | Gesundheit | BR
(Bayerischer Rundfunk)
4. Schlaganfall einfach erklärt (explainity® Erklärvideo)
(explainity ® Erklärvideos)
5. Schlaganfall - Anzeichen und Erste Hilfe Maßnahmen
(Pflege Kanal)
6. Schlaganfall: Sofort erkennen und richtig handeln
(Pflegecampus)

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Author: Annamae Dooley

Last Updated: 11/25/2022

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